Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Schutzmaterialien und Rettungsschirm auch für Heilmittelerbringer Lasst die TherapeutInnen nicht allein! Wir brauchen sie.

PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, PodologInnen und DiätassistentInnen sind existenziell für die Versorgung. Sie helfen z.B. Menschen, die Beeinträchtigungen oder wesentliche Funktionsstörungen des Sprechens, Schluckens, der Bewegung haben, diese Funktionen wiederzuerlangen oder weiteren Verschlimmerungen vorzubeugen.

Viele dieser TherapeutInnen sind selbständig, betreiben eine Praxis, oft mit nur wenigen Angestellten, teilweise auch als Soloselbständige. Schon in Nichtkrisenzeiten bewegt sich ein nicht unerheblicher Anteil dieser Selbständigen am Rande des Existenzminimums. Die Praxen der HeilmittelerbringerInnen gehören zu den Gesundheitseinrichtungen, die offen zu halten sind, auch wenn derzeit viele Therapien ausfallen, verschoben oder vorerst gar nicht verordnet werden. Dadurch entstehen erhebliche Kosten, die ohne die Möglichkeit, Behandlungen abzurechnen, nicht refinanziert werden. Die meisten Praxen haben ohnehin wenig Rücklagen, so dass ohne Einnahmen die Existenz recht schnell auf dem Spiel steht.

Medizinisch notwendige Therapien müssen stattfinden. HeilmittelerbringerInnen haben aber häufig keinen Zugang zu Schutzmaterialien, da sie auf dem freien Markt nicht mehr erhältlich sind. Dabei arbeiten viele von ihnen direkt mit Körperkontakt, ihre PatientInnen sind oftmals alt, behindert und haben Vorerkrankungen. Arbeiten ohne Schutz bedeutet eine Gefährdung der TherapeutInnen und der PatIentinnen gleichermaßen.

Aus beiden Gründen brauchen wir dringend Maßnahmen zur Unterstützung der therapeutischen Praxen. Sie sind essentieller Bestandteil unseres Gesundheitswesens. Ohne gezielte Unterstützung können viele kleine Praxen diese Krise nicht überleben. Und das können wir uns nicht leisten.

Darum fordern wir:

Zugang zu Schutzmaterialien auch für HeilmittelerbringerInnen. Leistungen können und dürfen nur unter Gewährleistung von Schutzmaßnahmen erbracht werden.

Rettungsschirm zur Sicherung der Liquidität und damit der Versorgungsstrukturen der HeilmittelerbringerInnen.

Finanzen

GKV: Bertelsmann-Studie zeigt politischen Handlungsdruck

Zur heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Finanzentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Die gesetzliche Krankenversicherung benötigt für die Zukunft eine verlässlichere und gerechtere Finanzierungsbasis. Nur durch die Beteiligung aller an der solidarischen Finanzierung kann unser Gesundheitswesen die kommenden Herausforderungen stemmen. Darauf weist auch die Bertelsmann-Stiftung deutlich hin.

Die Studie führt aber auch das Versagen der Koalition aus Union und SPD klar vor Augen. Sie hat in den vergangenen Monaten und Jahren erhebliche finanzielle Mehrbelastungen für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Krankenkassen rechnen mit bis zu 30 Milliarden Euro bis 2022. Doch eine gezielt bessere Versorgung und patientengerechtere, effizientere Strukturen gehen damit nicht einher. Gesundheitsminister Jens Spahn bleibt an dieser Stelle wie auch für eine nachhaltige und gerechte Finanzierung entscheidende Antworten schuldig.

 

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