Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Aktuelle Standpunkte

Schulgeldfreiheit für therapeutische Ausbildungen endlich umsetzen

Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie - therapeutische Berufe sind essentiell für die gute Versorgung einer alternden Gesellschaft. Die Ansprüche an die Gesundheitsfachberufe steigen und der Bedarf wächst. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Schülerinnen und Schüler innerhalb der Professionen der Heilmittelerbringer. Der Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich nimmt auch und gerade im Bereich der Gesundheitsfachberufe zunehmend dramatische Formen an.

Ein Grund hierfür liegt in den hohen Ausbildungskosten: Nicht selten kostet eine dreijährige Ausbildung bis zu 700 Euro im Monat und die Absolventinnen und Absolventen starten mit einem Schuldenberg ins Berufsleben. Das muss sich ändern. Die therapeutischen Ausbildungen müssen endlich kostenfrei werden.

Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, das Schulgeld für die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen abzuschaffen. Der Zeitpunkt der Abschaffung aber bleibt unklar – dies zeigt auch die Antwort der Bundesregierung auf unsere Schriftliche Frage zum Thema: Für die Abschaffung des Schulgeldes müssten zunächst die einzelnen Berufsgesetze neu geregelt werden, deshalb seien weitere Beratungen abzuwarten.

Um die Ausbildungssituation der Therapeutinnen und Therapeuten zu verbessern und die Gesundheitsfachberufe aufzuwerten, sollten wir nicht länger warten. Die Abschaffung des Schulgeldes ist ein längt überfälliger Schritt, damit sich junge Leute auch weiterhin für die Berufswahl „Heilmittelerbringer“ entscheiden. Wir fordern daher, die Schulgeldfreiheit vom Rechtssetzungsverfahren für die einzelnen Berufsgesetze zu entkoppeln und vorab isoliert umzusetzen. So würde die kostenfreie Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen zügig umgesetzt, die Attraktivität dieser Berufe deutlich gesteigert und die Versorgung für die Patientinnen und Patienten auch in Zukunft gesichert.

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