Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

NRW

Familien mit kleinen Kindern in Pandemie-Zeiten stärker in den Blick rücken

Zur Situation von Familien mit kleinen Kindern aufgrund der Schließung von Kindertagesstätten erklären die Münsteraner Abgeordneten Josefine Paul, Sprecherin für Kinder und Familie im Landtag NRW und Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion:

                „In der aktuellen Diskussion um mögliche Lockerungen kommt der Blick auf Familien mit jüngeren Kindern häufig zu kurz. Die sozialen Folgen für Kinder und ihre Familien sind aber sehr hoch. Gleichzeitig können Eltern und insbesondere Alleinerziehende aufgrund der Schließung von Kindertagesstätten nicht ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen. Deshalb braucht es jetzt flexible Lösungen unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes für Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas. Die Landesregierung muss sicher sagen, welches Personal für eine Erweiterung der Notbetreuung zur Verfügung steht und gemeinsam mit Expertinnen und Experten Handlungsempfehlungen entwickeln, wie Infektionsschutz auch mit Kleinkindern umsetzbar ist. Derzeit ist vieles, was Kinder für ein gesundes Aufwachsen brauchen, nur sehr eingeschränkt möglich. Die Öffnung von Spielplätze, temporäre Spielstraßen und betreute Bewegungsangebote für Kinder an der frischen Luft, können Familien entlasten und Kindern kleine Freiräume ermöglichen“, fordert Josefine Paul.

                „Als Grüne Bundestagsfraktion fordern wir in der gestrigen Sitzung im Bundestag ein sog. Corona-Elterngeld.  Solange Schulen und Kitas bedingt durch die Corona-Pandemie geschlossen bleiben und Eltern nicht arbeiten können, weil sie sich um die Kinderbetreuung kümmern müssen, brauchen sie einen verlässlichen, finanziellen Ausgleich für die gesamte Zeit dieser Ausnahmesituation, wie sie das  Infektionsschutzgesetz bei der Schließung einer Betreuungseinrichtung bereits vorsieht. Diese wollen wir zu einem „Corona-Elterngeld“ weiterentwickeln, bei dem die Nachweispflicht über andere zumutbare Betreuungsmöglichkeiten entfällt, Homeoffice eines Elternteils nicht als Betreuungsoption gewertet wird und die Dauer des Entschädigungsanspruches an die behördliche Schließung der Betreuungseinrichtungen gekoppelt ist. Die derzeit zugesicherten sechs Wochen mit maximal 67 Prozent des Einkommens reichen in dieser Pandemie-Situation nicht.  Viele berufstätige Eltern stoßen an ihre Belastungsgrenze. Ich denke hier besonders an die Alleinerziehenden und die im Gesundheitswesen Tätigen. Das Corona-Elterngeld würde die Lage deutlich entspannen und Familien eine Perspektive für die kommenden Monate geben“, äußert sich Maria Klein-Schmeink.

                Beide Grünen-Abgeordnete weisen zudem auf die Belastung von Familien hin, die auf existenzsichernde staatliche Leistungen angewiesen sind. Das kostenlose Mittagessen für ihre Kinder in Kitas und Schulen, das im Rahmen der Leistungen für Bildung und Teilhabe gezahlt wird, fällt weg. Auch entsprechende Materialien, um zu Hause zu lernen, stünden oft nicht zur Verfügung. „Wir fordern daher, den Wegfall der Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket  zu kompensieren, zum Beispiel mit einem monatlichen Zuschlag für anspruchsberechtigte Kinder und Jugendliche in Höhe von 60 Euro“, fügt Klein-Schmeink hinzu.

Unseren Antrag "Familien und Kinder in der Corona-Krise absichern - Corona-Elterngeld einführen" finden Sie hier.

 

 

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