Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Pressebericht

Besuch in Ostbevern - Veranstaltungsbericht

Maria Klein-Schmeink (vierte von rechts) zu Besuch beim "FairTeiler" der Pfarrcaritas Ostbevern.

Am Dienstag, 29. April  war die Bundestagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Maria Klein-Schmeink zu Besuch in Ostbevern.

Ihre erste Station war der "Fairteiler" der Pfarrcaritas und das neue Kinder- und Jugendcafé. Im Gespräch mit Heinz Kock und Ulrich Lunkebein informierte sie sich über die Hilfestellungen, die der Fairteiler den Menschen in Ostbevern bietet und zollte dem ehrenamtlichen Engagement hohe Respekt. Klein-Schmeink: "Toll, was hier ehrenamtlich geleistet wird für den sozialen Zusammenhalt. Gleichzeitig mahnt das die enorme Nachfrage an, im Bundestag weiter für eine armutsfeste Sozialhilfe zu streiten." Bei der Besichtigung des Kinder- und Jugendcafés machte Rainer Uthmann deutlich, wie wichtig der Umzug aus dem Gewerbegebiet in das Dorf für die Kinder- und Jugendarbeit gewesen ist. Uthmann: "Die Jugendlichen freuen sich schon auf die geplante Außengestaltung, die als nächstes in Angriff genommen werden soll." Dabei lud Herr Uthmann ein, am 18. Mai zum Familientag des Kinder- und Jugendwerks zu kommen. Man hoffe auf viele junge Besucher. Mit der bekannten Band RADAU, die Rockmusik für Kinder präsentiert freue man sich auf ein besonderes Highlight.

Im Anschluss begann um 19:00 Uhr im Beverhof die Diskussionsveranstaltung „Wasser in Ostbevern! Wie können wir es schützen?“ Zu dem Thema begrüßte Uwe Stöcker (OV-Sprecher) neben Frau Klein-Schmeink die geladenen Gäste Moritz Hillebrand, Fachberater der Wasser- und Bodenverbände vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband e.V., Herrn Hugo Langner und Herrn Franz-Josef Elberich als Vertreter und sachkundige Experten des Wasser- und Bodenverbandes Ostbevern sowie Herrn Dr. Stratmann. Frau Klein-Schmeink berichtete über die Belastungen des Wassers mit Antibiotika und anderen Medikamenten aus den Bereichen der Human- und Tiermedizin. Insgesamt gebe es einen bedrohlichen Anstieg von antibiotikaresistenten Keimen. Dazu  habe der oft zu bedenkenlose Einsatz von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin beigetragen.

 Jedes Jahr sterben 15.000 Menschen in Deutschland an Infektionen mit antibiotika-resistenten Keimen. Frau Klein-Schmeink betonte, dass man in den Niederlanden das Thema in den Krankenhäusern durch einen anderen Hygienestandard besser in den Griff bekomme habe, als in Deutschland. Die Problematik sei sehr komplex und würde eine fachübergreifende Herausforderung zwischen den Ressorts Umwelt und Gesundheit darstellen. Leider gäbe es solche interdisziplinären Kooperationen nur im Krisenfall, wie es bei EHEC geschehen sei. Dabei müsse man bei den Funden von Antibiotika im Grundwasser alarmiert sein.

Hugo Langer fügte an, dass eine vierte Reinigungsstufe bei den Klärwerken sicher bald von Nöten werden würde und die Bundesgesetzgebung sich bald auf den Weg machen müsse. Herr Elberich betonte, dass sowohl in der Frage des Antibiotikaeinsatzes, als auch bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, die Landwirte am Ball wären. Früher wäre der Einsatz von Antibiotika häufig auch unsachgemäß vorgenommen worden. Heute sähe das ganz anders aus, Kostendruck und eine bessere Schulung im Umgang mit den Medikamenten würden für deutlich niedrigeren Verbrauch sorgen.

Das Thema Wasser wurde an dem Abend denn auch von einer anderen Seite beleuchtet. Die Gewässerqualität in Ostbevern steht seit in Kraft treten der Wasserrahmenrichtlinie im Fokus. Bis spätestens 2027 müssen die Gewässer in und um Ostbevern eine "gute" ökologische Qualitätsstufe erreichen, so Moritz Hillebrandt. Auf einem Schaubild wurde deutlich, dass die meisten Gewässer diesen Zustand noch nicht erreicht haben und es in einer Kulturlandschaft wie dem Münsterland auch nicht durchgängig möglich sei, dies zu realisieren. Zur ökologischen Aufwertung der Gewässer, und das wurde an dem Abend mehr als deutlich, ist die Mitwirkung der Landwirte und Eigentümer unabdingbar. Damit Schlüsselarten wie Otter oder Biber wieder Fuß fassen könnten, müssen auch Randstreifen am Gewässer renaturiert werden. Dies wird nicht überall möglich sein. Es gibt aber bereits Stellen, wie an der Halstenbeck, wo an der Bever Gebiete dem Fluss zurückgegeben wurden.

Dies, so Werner Stratmann, müssten noch mehr werden, damit sie von Tierarten als Trittsteinreservate genutzt werden könnten. Zum Ende bedankte sich Herr Stöcker bei allen Beteiligten für die gute Diskussion und die Fachbeiträge und verabschiedete die Gäste mit einem kleinen Glas Münsterlandhonig aus dem Naturschutzgebiet Rieselfelder.

Text: Uwe Stöcker, Grüne Ostbevern

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