Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Aktuelle Standpunkte

Patientinnen und Patienten müssen zu ihrem Recht auf Kostenerstattung kommen

Zur Veröffentlichung des Ergebnisberichts zur „Kostenerstattung in der ambulanten Psychotherapie“ erklärt Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin:

„Es ist ein Unding, dass laut des Ergebnisberichts und obwohl monatelange Wartezeiten auf Psychotherapie bestehen, der Weg der Kostenerstattung von Krankenkassen weitgehend abgelehnt wird. Grundsätzlich muss das Ziel sein, Menschen möglichst zeitnah die notwendige Therapie zukommen zu lassen, damit ihr Leid sich nicht unnötig verschlimmert oder gar chronisch wird. Die Entscheidung, eine Behandlung in einer Privatpraxis zu bezahlen, liegt nicht im Ermessen der Krankenkassen. Das hat sich auch mit der Einführung der psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung nicht geändert. Versicherte haben hierauf einen gesetzlichen Anspruch, wenn Psychotherapeutinnen und -therapeuten mit Kassenzulassung nicht verfügbar sind. Die Bundesregierung muss deshalb sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten zu ihrem Recht einer Kostenerstattung kommen und nicht aus Gründen der Kostenersparnis von ihren Krankenkassen abgewiesen werden. Denn solange es noch keine bedarfsgerechte Versorgungsplanung gibt, müssen Patientinnen und Patienten den Weg über die Kostenerstattung für eine Therapie in einer Privatpraxis gehen können.

Lange Wartezeiten und die Verweisung auf einen selbst beschafften Therapieplatz mit anschließender Kostenerstattung stellen Menschen mit psychischen Problemen heute vor hohe Hürden. Gerade Menschen in Krisen brauchen schnell Hilfe. Heute bleibt ihnen dann zumeist nur die stationäre Behandlung in der Psychiatrie.

Die Bundesregierung ist gefordert, ein umfassendes Programm für eine personenzentrierte und gemeindenahe Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufzulegen. Benötigt werden Angebote der ambulanten Krisenintervention, genügend psychotherapeutische Plätze ohne lange Wartezeiten und strukturierte Behandlungswege zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Denn nur ein bedarfsgerechtes und aufeinander abgestimmtes Versorgungskonzept für den gesamten Bereich der psychischen Gesundheit kann die Situation für psychisch erkrankte Menschen wirklich verbessern.“

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