Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Pressemitteilung

Prävention muss endlich größeren Stellenwert erhalten

Arbeitslosigkeit macht krank. Eine Studie des DGB bestätigte, dass Arbeitssuchende je nach Alter bis zu 2,2 mal so häufig erkranken wie Erwerbstätige. In der Gruppe der 15-24jährigen liegt der Krankenstand im Jahresdurchschnitt bei 4,4 Prozent gegenüber 3 Prozent bei den Gleichaltrigen mit Job. In der Gruppe der 55-59jährigen ist der Krankenstand der Erwerbslosen mit 15,2 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den gleichaltrigen Erwerbstätigen mit 6,9 Prozent. Dazu erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte der grünen Bundestagsfraktion:

"Die Zahlen belegen einmal mehr wie dringend wir ein Präventionsgesetz brauchen; die Weigerung der Bundesregierung ist schlicht nicht nachvollziehbar", kritisiert die grüne Abgeordnete die Haltung der Bundesregierung.

"Bündnis 90/ Die Grünen fordern seit langem verstärkte Präventionsbemühungen, denn die Präventionsangebote der Krankenkassen erreichen die Erwerbslosen bislang kaum. Dies hängt auch mit dem geringen Anteil der sogenannten Settingansätze zusammen, die im sozialen Umfeld ansetzen anstatt nur beim Verhalten Einzelner. Der DGB bemängelt zu Recht, dass die Potenziale für Gesundheitsförderung und Prävention bei Arbeitslosen weder von den Krankenkassen noch von der Bundesagentur für Arbeit ausgeschöpft werden. Die wenigen erfolgreichen Modellprojekte reichen bei weitem nicht aus. Die Agentur für Arbeit, die Jobcenter, Arbeitgeber und Krankenkassen müssen vielmehr ihre Anstrengungen verstärken. Mit einem Präventionsgesetz wollen wir die Grundlage für eine regelmäßige Zusammenarbeit der Akteure schaffen. Für eine erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsmarkt ist der Gesundheitszustand Schlüsselfaktor. Deshalb müssen Arbeitsförderung und Gesundheitsförderung eng miteinander verzahnt werden. Zentral sind zudem die Frühzeitigkeit und Freiwilligkeit der Maßnahmen sowie Partizipationsmöglichkeiten der Teilnehmenden. Die Stärkung der individuellen Gesundheitsressourcen und ein besseres Verhältnis zur eigenen Gesundheit sollten im Zentrum der Angebote stehen."

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