Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

Psychische Gesundheit

Langer Atem zahlt sich aus: Mehr Mittel für Suizidprävention

Seit langem setzen sich engagierte Verbände und Initiativen und auch wir Grünen für eine verbesserte Suizidprävention in Deutschland ein. Unsere gemeinsamen Bemühungen tragen nun Früchte. Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen im Deutschen Bundestag übernahm die Bundesregierung unseren grünen Änderungsantrag. Durch eine interfraktionelle Initiative (Grüne und Große Koalition) werden im nächsten Jahr 500.000 Euro sowie von 2018 bis 2020 jeweils eine Million Euro jährlich für Forschung zu Suizidprävention zur Verfügung gestellt. Auch Maßnahmen zur Aufklärung und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen sollen weiterentwickelt und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Ich finde, das ist ein vielversprechender Schritt und ein wichtiger Erfolg für unsere gemeinsame Arbeit. Nun bin ich gespannt, wie das Gesundheitsministerium dieses Vorhaben konkret ausgestaltet.

Bereits in unserem grünen Antrag „Suizidprävention verbessern und Menschen in Krisen unterstützen“ haben wir mehr finanzielle Mittel für die Forschung und Weiterentwicklung von Suizidpräventionsansätzen sowie für eine Aufklärungskampagne zu Suizidalität und Beratungsangeboten gefordert. Zuletzt konnte ich anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September 2016 eine überfraktionelle Erklärung mit Mitgliedern des Bundestages initiieren und unsere Forderungen bekräftigen. Bei all diesen Aktivitäten haben wir eng mit Verbänden, allen voran dem Nationalen Suizidpräventionsprogramm, zusammengearbeitet. In den Haushaltsverhandlungen konnten wir nun einen wichtigen Erfolg für eine Stärkung der Suizidprävention erzielen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen. Suizidprävention gehört weiterhin auf die politische und gesellschaftliche Agenda. Noch immer ist das Thema Suizid in unserer Gesellschaft tabuisiert und mit vielen Vorurteilen belastet. Diese Tabus müssen wir überwinden, damit Betroffene sich trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer sich in einer schwerwiegenden Krise befindet, muss niedrigschwellig und schnell qualifizierte Unterstützung finden.

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