Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin

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Equal Pay Day: Frauen brauchen echte Lohngerechtigkeit

Equal Pay Day: Frauen brauchen echte Lohngerechtigkeit

 Eine Frau verdient durchschnittlich 16,26 Euro die Stunde, ein Mann dagegen 20,71 Euro. Das ist ungerecht und muss endlich ein Ende haben. Die Bundesregierung kommt jetzt mit einem Entgelttransparenzgesetz daher, das an der Lohnlücke kaum was ändern wird. Das ist eine große Enttäuschung und nicht einmal ein erster Schritt. Ein Ende des Gender Pay Gaps ist damit nicht in Sicht.

Denn die geplanten Regelungen gelten längst nicht für alle Frauen. Auskunft über das Entgelt von Kollegen erhalten nur Frauen, die in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten arbeiten. 60 Prozent der weiblichen Beschäftigten haben also rein gar nichts von diesem Gesetz. Betrieben ist es auch völlig freigestellt, ob sie künftig ihre Entgeltstrukturen auf Benachteiligungen überprüfen. Sie können, aber sie müssen nicht. Dafür braucht es wahrlich kein Gesetz.

Maria Klein-Schmeink, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, erklärt: „Frauenpolitik ist für mich eine Querschnittsaufgabe und Gleichberechtigung eine bedeutende Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Zum Beispiel leisten Frauen noch immer den Großteil der Sorge- und Pflegearbeit, ob zu Hause oder beruflich. Obwohl für unsere Zukunft so wichtig, werden die Erziehungs- und Pflegeberufe immer noch unterbewertet. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist noch immer ein Frauenthema. Bei der Suche nach politischen Lösungen muss darum der Blick vor allem auch auf Frauen gerichtet sein.“

Am Ende müssen die Frauen wieder selbst für ihr Recht auf Entgeltgleichheit kämpfen, denn vor das Arbeitsgericht müssen sie alleine ziehen. Ein wirklicher Schritt in die richtige Richtung wäre es, wenn die Möglichkeit einer starken Verbandsklage gesetzlich geschaffen wird. Nur so wird das Entgeltgleichheitsgebot tatsächlich durchgesetzt und nur so werden Frauen wirklich effektiv unterstützt.

Dazu erklärt Josefine Paul, Sprecherin für Frauen-, Queer- und Sportpolitik der grünen Landtagsfraktion NRW sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Frauenpolitik ist für mich ein wichtiger Baustein für eine gerechte Welt. Auch im Jahr 2017 braucht es einen engagierten Kampf für eine faire Bezahlung von Frauen, flächendeckende Schutz- und Unterstützungsangebote für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen, mehr Frauen in Führungspositionen und gegen Diskriminierung und Sexismus.“

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